Bericht Kristianstad

Praktikumsbericht Schweden vom 16.05. - 27.05.2022 (ERASMUS)

Bei meinem ERASMUS-Auslandspraktikum fiel meine Wahl auf Schweden, da es zu den innovativsten Ländern Europas zählt und im Ranking für nachhaltigen Tourismus ganz oben in der Liste steht. Mein Ziel war es, etwas über die Arbeitsweise in diesem Land zu erfahren und davon zu lernen. Das zweiwöchige Praktikum machte ich in der Gemeinde von Kristianstad in Südschweden...

Meine Ansprechpartnerin war Hanna Kuhlau, die in der Abteilung für den Tourismus der Gemeinde verantwortlich ist. Wie ich bereits bei den ersten Meetings vor Praktikumsbeginn erfahren habe, gibt es in der Region „Skåne“ seit einigen Jahren keine Touristeninformationen mehr. Dies war der erste offensichtliche Unterschied in der Arbeitsweise, denn in meinem Ausbildungsbetrieb arbeite ich die meisten Zeit in einer von drei Touristeninformationen. Während der zwei Wochen ließen sich noch mehr Unterschiede zwischen den Betrieben feststellen, aber auch einige Gemeinsamkeiten.

Mein erster Arbeitstag begann mit einem Meeting der verschiedenen Abteilungen mit denen Hanna zusammenarbeitet, in dem ich mich allen vorgestellt habe und meine Gründe für ein Praktikum in Schweden dargelegt habe. Im nachfolgenden Meeting habe die Kollegen von Hanna kennengelernt, die für den Tourismus in Kristianstad verantwortlich sind. Ich konnte in diesem Zuge also erste Eindrücke der Arbeitsweise sammeln, da sie den Verlauf von derzeitigen Projekten besprachen. Schon dort wurde deutlich, dass sie sehr digital arbeiten und vor allem die sozialen Medien nutzen. An einem der Projekte, und zwar das „Nudging-Projekt“ konnte ich mich im späteren Verlauf des Praktikum beteiligen, in dem ich als „Komparse“ in einem der Videos mitspielte. „Nudging“ bedeutet eine Person durch Anzeigen/Videos online in eine bestimmt Richtung lenken bzw. das Verhalten zu beeinflussen. Sie möchten mit diesen Videos zu vier Themen (Hunde, offene Feuer / BBQ, Parken und Müll) auf das richtige und bewusste Verhalten in der Natur aufmerksam machen.

In den darauffolgenden Tagen lernte ich die Umgebung und die Stadt mit ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten genauer kennen, wobei der Fokus auf dem Austausch mit Hanna lag, um mehr über ihre Tätigkeiten zu erfahren. Bevor die Touristeninformationen geschlossen wurden, arbeitet sie selbst in einer. Im Zuge der Digitalisierung, welche in Schweden in diesem Bereich noch weiter voran geschritten ist, wurden die Touristeninformationen in der Region Skåne und auch somit in Kristianstad geschlossen. Zum einen stellen sie sämtliches Karten- und Infomaterial online und arbeiten mit Influencern auf Instagram, um die Destination zu zeigen. Zum Anderen suchen sie den Weg zum Gast über die touristischen Dienstleistern der Umgebung. Das bedeutet sie informieren vor der Saison die Besucherzentren und Betriebe im Gastgewerbe über neuste Änderungen und Aktivitäten und setzten sich mit ihnen in Kontakt, um die Bedürfnisse und Wünsche der Gäste zu erfahren und auf diese einzugehen. Außerdem händigen sie den touristischen Dienstleistern ebenfalls Karten- und Infomaterial in gedruckter Form aus, welche sie auch an verschiedenen Infopoints in der Stadt verteilen.

Meine Recherchearbeit zur Aufgabe einen Kurztrip nach Kristianstad zu planen zeigte, dass es mit Hilfe der Seite von der Gemeinde problemlos möglich ist im Vorfeld alle nötigen Infos zu erhalten.

In der zweiten Woche durfte ich an verschieden Meetings teilnehmen, welche zwar auf schwedisch waren, doch sie haben es zwischendurch für mich auf englisch erklärt. Hauptsächlich ging es in den Meetings um die Nutzung der sozialen Medien und um die Planung des Contents in den nächsten Wochen.

Außerdem haben wir uns einige Zeit genommen, um die Lernerfolge, welche im ERASMUS-Vertrag festgehalten wurden, zu besprechen.

Mittels einer Präsentation von einer Kollegin von Hanna wurde mir die Geschichte und die Struktur der Gemeinde nähergebracht. Im Gegensatz zu meinem Ausbildungsbetrieb, der zwar zur Gemeinde gehört, aber finanziell ausgegliedert ist, ist die Gemeinde in Kristianstad für alle Bereiche und somit auch für den Tourismus zuständig.

Regionales Marketing für den Tourismus betreibt die Organisation „Tourism Skåne“. Die Strategie von 2020-2030 lautet „Tourismus zählt“, wobei sie vor allem den Einheimischen vermitteln wollen, dass Tourismus für alle wichtig ist. Gerade nach der Pandemie, hat man dort gemerkt, dass sie auf den Tourismus angewiesen sind. Mit diesem Hintergrund nimmt die Gemeinde eine „Coaching-Funktion“ ein, welche die ansässigen Betriebe unterstützen und in eine gewisse Richtung lenken soll, aber die Ideen sollen von den Firmen selbst kommen. Sie informieren daher über gegenwärtige Trends und Entwicklungen und stehen bei Fragen und Problemen zur Seite.

Besonders positiv aufgefallen ist mir das soziale Miteinander. Kommunikation ist bei ihnen sehr wichtig, daher finden regelmäßig Meetings in den eigen Abteilungen und darüber hinaus statt. Außerdem arbeitet die Gemeinde von Kristianstad mit sechs anderen Gemeinden aus der Region Skåne zusammen. Es wird sich gegenseitig unterstützt und nicht von einem allein eine Vorreiterstellung versucht einzunehmen.

Ich wurde ebenfalls von Anfang an herzlichst aufgenommen und in alle Tätigkeiten mit eingebunden und konnte sogar an einigen Stellen eigene Ideen mit einbringen.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass dieses Praktikum eine Bereicherung für mich war. Ich konnte viele neue Eindrücke sammeln und eine völlig andere, teilweise modernere / fortgeschrittene Arbeitsweise kennenlernen.

Noch dazu habe ich tolle neue Menschen kennengelernt, mit denen vielleicht sogar noch mehr Zusammenarbeit in Zukunft möglich ist. Jedenfalls bleiben wir in Kontakt, um uns gegenseitig über die Entwicklungen nach diesem Auslandspraktikum zu berichten.IMG 3045

IMG 4145

IMG 4147